Einzelprojekte im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie Leben!“

Förderverein der Geschwister-Scholl-Schule: Trommelworkshop

Es finden 2 Trommelworkshops in 2 Altersgruppen statt. (Klasse 2-4 und ab Klasse 5). Diese beiden Gruppen üben in den Trommelworkshops afrikanische Rhythmen ein, die sie am Internationalen Freundschaftsfest am 13.05.17 in Alsfeld sowie in der Zauberhaften Nacht am 23.09.17 den Alsfelder Bürgern und Besuchern der Feste präsentieren. Auch Akrobatikeinlagen bzw. besondere Fähigkeiten der Teilnehmerinnen sollen in die Darbietungen eingebaut werden. Besonders die Teilnehmerinnen mit Migrationshintergrund werden musikalische Besonderheiten ihrer Kultur präsentieren und so den Alsfelder Bürgern ihre Kultur näher bringen. Wichtigster Aspekt bei allen Aktivitäten ist das Akzeptieren des Andersseins der Mitspielerinnen, das Herausbilden eines Wir- Gefühls, das Zu-einander-stehen als gemischte Gruppe vor Publikum in der Öffentlichkeit. Dieses Wir-Gefühl der Teilnehmerinnen sollte sich bei den Auftritten auch positiv auf den Eltern und Angehörigen auswirken. Rassistischen Tendenzen soll daher im Kreis der direkten Workshop Teilnehmer*innen, aber auch bei deren Familien und Zuschauern entgegengewirkt werden. Bewerbung der Workshops und Auftritte erfolgt durch Flyer und Plakate und Berichte in der örtlichen Presse.

Ev. Dekanat Alsfeld: Cafe Global - Begegnungscafe für Geflüchtete und Einheimische

Das Café Global wird gegründet, um eine Anlaufstelle für Geflüchtete zu bieten und einen Ort der Begegnung zu schaffen. Hier sind ganz besonders diejenigen jungen Geflüchteten im Fokus, die ohne Familien hier sind und häufig ziellos unterwegs zu sein scheinen.

Das Café soll jedoch allen Menschen, die sich in einem ansprechenden Rahmen treffen wollen, eine Möglichkeit geben: Sowohl allen Geflüchteten in der Stadt Alsfeld als auch allen Einheimischen. Thematisch soll es hier ein breit gefächertes Angebot geben: Spiele, Austausch, Sprache und Sprechen, Stadterkundung, Beratung ... Das Café wird von Freiwilligen betrieben, die für die Organisation, das Programm und den Betrieb verantwortlich sind. Sie bringen dafür Erfahrungen aus den verschiedensten beruflichen Hintergründen mit. Dieses Projekt soll Kontakte schaffen, die sich zum Wohl der Beteiligten auch außerhalb des Treffens auswirken:

Die Geflüchteten können von Tipps und Möglichkeiten, die ihnen hier eröffnet werden, profitieren. Die einheimischen Gäste können - wie die Geflüchteten auch - hier ihren kulturellen Horizont erweitern und als Multiplikator für Akzeptanz und Toleranz wirken.

Beziehungen und Freundschaften können sich über das Café hinaus entwickeln.

Alsfelder Kunstverein e.V.: Kunst selbst erleben

Der Alsfelder Kunstverein e.V. bietet im Rahmen der Kulturtage am 20./21.05.2017 für Kinder, Jugendliche und Erwachsene ein breites Programm an, "Kunst selbst zu erleben ". Insbesondere Interessierte mit Migrationshintergrund sind erwünscht. Geplant sind verschiedene Kunststationen, an denen Kinder und Jugendliche unter Anweisung von Lehrer*innen und / oder erfahrenen Künstler*innen unterschiedliche Arten des Kunstschaffens selbst ausprobieren. Das Malen, Zeichnen, Töpfern etc. kann von den Interessierten selbst erlebt werden. Die unterschiedlichen Angebote sollen unterschiedliche Teilnehmer*innen ansprechen. Im Vordergrund steht das gemeinsame Erleben "Kunst zu erschaffen", sich auszutauschen und andersartige Persönlichkeiten zu treffen, zu bestaunen und zu tolerieren. Am Ende der Veranstaltung werden die besten Arbeiten der jeweiligen Kunststation ausgewählt und bei Kaffee und Kuchen den Teilnehmer*innen und Familienangehörigen vorgestellt. Die Prämierten Exponate werden bei der nächsten Vernissage des Alsfelder Kunstvereins im Juli 2017 ausgestellt.

Fachstelle Bildung Ev. Dekanat Alsfeld: Frauenfrühstück International

Ein "Frauenfrühstück mit Lesung" wird in die internationale Frauenwoche integriert. Frauen aus unterschiedlichen Ländern bereiten landestypische Speisen vor, lernen sich so über die kulinarische Seite kennen und stimmen dabei ein gemeinsames Projekt.

Sowohl Vor- und Nachbereitung als auch die Durchführung selbst ist frauen-spezifisch, Männer sind von der Veranstaltung ausgeschlossen. Damit ist insbesondere Frauen aus traditionell islamischen Herkunftsländern und Communities die Teilnahme und Begegnung an einem öffentlichen Ort ermöglicht.

Freiwilligenmanagement Flüchtlingshilfe: Bridges" - Jugendredaktion der VB-Online-Zeitung von/über Geflüchtete

"Bridges": Die lokale Online-Zeitung von und über Geflüchtete/n wurde in 2016 durch eine Honorarkraft gemeinsam mit einem Fernsehjournalisten sowie einem Kameramann, beide geflüchtet und jetzt im VB-Kreis ansässig, vorbereitet. "Bridges" soll weitergeführt und auf mehr Beteiligte ausgeweitet werden. Dabei wird insbesondere die Einbindung von "Twens" angestrebt. Im Rahmen von "Demokratie leben!" erhält "Bridges" zusätzlich eine Jugendredaktion, die sich sowohl aus deutschen Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund als auch aus jungen Geflüchteten zusammensetzen soll. Hierzu sollen im Besonderen die

Schülerinnen und Schüler hiesiger Schulen angesprochen werden, gerne auch solche, die bereits Erfahrungen mit dem Schreiben haben oder auch diejenigen, die Erfahrungen sammeln wollen. Die Jugendredaktion trifft sich wöchentlich zur Erarbeitung von Beiträgen, die sich mit den Themenkreisen "Flucht" und "Geflüchtete" aus der Perspektive Jugendlicher auseinandersetzen. Die

Jugendlichen werden hierbei von einer Werkvertragskraft angeleitet. Frauen- und Männer, Jungen - und Mädchenperspektiven müssen bei den Recherchen berücksichtigt werden. Dies führt implizit zu einer Reflexion "einheimischer" Genderrollen.

Gedenkstätte Speier Angenrod e.V.: „Der jüdische Blick“

Rabbinerin Jill Hammer kommt am 12. und 13. April für eine öffentliche Poetry-Lesung mit Musik von Shoshana Jedwab nach Alsfeld.

Sie ist Rabbinerin in New York und gibt einen Einblick in eine emanzipatorische Strömung des Judentums, eine seltene Möglichkeit, diese Seite der Religion kennenzulernen. Beim Aufenthalt in Alsfeld sind Gespräche mit Jugendlichen aus kirchlichen Gruppen vorgesehen (Schulferien), sowie ein Treffen mit Mitgliedern von Geschichtsvereinen mit jüdischem Bezug sowie aus kirchlichen Kreisen. Ziel der Veranstaltungen ist es, den Blick auf eine größere Breite des Judentums zu lenken. Bislang verengen wir unsere Sicht vor allem mit Blick auf Juden als Opfer von Nationalsozialisten oder unter dem Aspekt des Antisemitismus/Antijudaismus. So ist "Jude/Jüdin" eine Projektionsfläche, die Treffen sollen Ressentiments abbauen helfen. Rabbinerin Jill Hammer zeigt auf, dass auch im Judentum verschiedene Strömungen bestehen, die Frauen unterschiedliche Rollen ermöglichen. Im orthodoxen Judentum gibt es keine Rabbinerinnen, in modernen Ausprägungen ist das möglich.